Einen bundesweiten Liegenschaftszinssatz gibt es nicht: Für Mehrfamilienhäuser reichen die amtlich veröffentlichten Werte in den 5 Ländern mit landesweiter Auswertung von 1,6 % bis 5,0 % (Datenjahre 2024 bis 2025); maßgeblich ist immer der Wert der zuständigen Stelle vor Ort.
Zuständig für den Liegenschaftszinssatz sind die örtlichen Gutachterausschüsse — rund 900 bundesweit. Nur vier Bundesländer werten ihn landesweit aus und veröffentlichen das Ergebnis kostenfrei. Diese vier stehen hier, mit dem Hinweis, worauf sich ihre Zahl jeweils bezieht.
| Bundesland | Ebene | Auswertungen | Mehrfamilienhaus: Spanne | Median | Bezugsbasis |
|---|---|---|---|---|---|
| Nordrhein-Westfalen | Gutachterausschüsse | 64 | 1,6–5,0 % | 3,2 % | Median über 64 Gutachterausschüsse · Datenjahr 2024 |
| Niedersachsen | Gemeinden und Samtgemeinden | 11 | 2,0–4,5 % | — | Landesmodell je Gemeinde, 40 Jahre Restnutzungsdauer · Stichtag 01.01.2026 |
| Hessen | Marktbereiche | 5 | 1,8–3,1 % | 2,7 % | Über die sechs Marktbereiche, Teilmodelle einzeln gezählt · Datenjahr 2025 |
| Berlin | Gebietsgruppen | 6 | 3,2–3,3 % | 3,3 % | Bei 8,00 €/m² Objektkaltmiete, über sechs Gebietsgruppen · Stichtag 31.12.2024 |
| Brandenburg | Teilräume | 4 | 2,5–3,5 % | — | Über drei Teilräume und Potsdam, Datenbasis 2023–2025 · Stichtag 01.07.2024 |
Die Spalten sind nebeneinander lesbar, aber nicht gegeneinander verrechenbar: Jede Zahl entsteht auf einer anderen räumlichen Ebene und nach einem anderen Modell. Wo eine Quelle keinen Median hergibt — Niedersachsen veröffentlicht ein Modell je Gemeinde und keine Landesübersicht —, steht hier bewusst keiner.
Diese Länder werten den Liegenschaftszinssatz nicht landesweit aus. Das ist keine Lücke in unseren Daten, sondern die Auskunft der jeweiligen Landesstelle selbst.
Der Immobilienmarktbericht Bayern nennt auf 206 Seiten keinen einzigen Liegenschaftszinssatz. Er listet nur auf, welcher der rund 96 Gutachterausschüsse welche Daten abgeleitet hat — die Werte selbst sind bei den örtlichen Ausschüssen zu erfragen und meist gebührenpflichtig.
Beleg: Immobilienmarktbericht Bayern 2026, Kapitel 11 · Quelle öffnen
118 Gutachterausschüsse, kein Landesbericht. Die Zentrale Geschäftsstelle verweist für alle Wertermittlungsdaten an den örtlichen Ausschuss, und dessen kostenfreie Fassung lässt das Kapitel mit den Liegenschaftszinssätzen typischerweise weg.
Beleg: Zentrale Geschäftsstelle der Gutachterausschüsse Baden-Württemberg · Quelle öffnen
Der Immobilienmarktbericht verzichtet ausdrücklich auf eine Zusammenstellung, „da die Daten teilweise sehr unterschiedlich vorliegen und auch die zugrundeliegenden Modelle und deren Parameter differieren“.
Beleg: Immobilienmarktbericht Schleswig-Holstein 2024, S. 92 · Quelle öffnen
Der Liegenschaftszinssatz ist der Zinssatz, mit dem der Verkehrswert einer Immobilie im Ertragswertverfahren verzinst wird. Er wird nicht geschätzt, sondern vom Gutachterausschuss aus tatsächlichen Kaufpreisen und den dazugehörigen Erträgen abgeleitet. Je höher der Zinssatz, desto niedriger der Ertragswert.
Nein. Zuständig sind die örtlichen Gutachterausschüsse, und weder der Bund noch die meisten Länder fassen deren Werte zusammen. Eine bundesweite Zahl wäre zwangsläufig ein Mittel über unterschiedliche Modelle und damit nicht modellkonform anwendbar.
Weil dort keine landesweiten Werte veröffentlicht werden. Der bayerische Landesbericht führt nur auf, welcher Ausschuss Liegenschaftszinssätze abgeleitet hat, nicht deren Höhe; in Baden-Württemberg gibt es gar keinen Landesbericht. Die Werte sind dort bei den rund 96 bzw. 118 örtlichen Gutachterausschüssen zu erfragen und meist gebührenpflichtig.
Nur mit Vorsicht. Nordrhein-Westfalen nennt eine Zahl je Gutachterausschuss, Hessen eine je Marktbereich, Berlin eine Kurve über der Objektmiete und Niedersachsen ein Modell je Gemeinde. Die Zahlen entstehen auf verschiedenen räumlichen Ebenen und nach verschiedenen Modellen — jede Zeile der Übersicht nennt deshalb ihre Bezugsbasis.
Der der Stelle, in deren Zuständigkeitsbereich das Grundstück liegt, und zwar für die passende Objektart. Wo eine Auswertung nach Baujahresgruppe, Lage, Bodenrichtwert oder Restnutzungsdauer differenziert, ist die passende Teilgruppe zu wählen — ein Mittelwert daraus wäre nicht modellkonform.
Die Übersicht samt Begründungen als CSV-Datei. Die Einzelwerte je Land stehen auf der jeweiligen Landesseite.
Statt in Landesberichten zu suchen: ImmoJUMP ermittelt zu einer Adresse die zuständige Stelle und zeigt deren Kennzahlen direkt am Objekt — mit den Teilmodellen, die der Bericht veröffentlicht, und der Entwicklung über die Jahre.
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